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Bildinterpretation "Singende Dampfer"
Bericht wurde 9021 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Dieses Bild ist von dem österreichischen Maler Friedensreich Hundertwasser im Mai 1950 in St.Mandé gemalt worden . Es ist ein Aquarell mit den Maßen 52 mal 74 cm und wurde mittels Kohlestiften zunächst auf grundiertem geknittertem Packpapier gestaltet und später gefirnißt. Hundertwasser malte dieses Bild als er noch relatib jung war und zwar um genau zu sagen mit 22 Jahren. Damals war er noch einer Schüler Klimts.
Auf diesem Bild sind einige Schiffe zu erkennen, die noch zur nächtlichen Stunde unterwegs sind. Dies erkennt man daran, weil der Himmel sehr dunkel gestaltet ist und auch das Wasser in dunklem Blau bzw. Türkis colouriert worden ist. Die Schiffe sind unregelmäßig angeordnet und überdecken sich somit teilweise gegenseitig.
Als Betrachter beobachtet man das ganze Geschehen von einer erhöhten Position. So kann man beispielsweise das Deck des nächstgelegenen Schiffes von oben erkennen.
Die ganze Szene strahlt enorme Ruhe aus, da Hundertwasser erstens eine Bildformat verwendete, dass von naturaus Ruhe und Behaglichkeit aussagt.
Beim ersten Anblick erkennt man sofort, dass eine enorme Tiefenwirkung durch die Überlagerung der Schiffsrümpfe entsteht. Man erkennt viele Merkmale in diesem Bild, die für Hundertwassers Kunstwerke im allgemeinen typisch sind. So gibt es viele Gegensätze und unnatürliche Erscheinungen. So gibt es beispielsweise keine geraden Linien. Denn für Hundertwasser verkörperten gerade Linien Leblosigkeit und Unnatürlichkeit. Weiterhin kommen gerade Linien nicht in der Natur vor und somit für ihn uninteressant. Da aber die moderne Archtektur seiner Zeit auf die geraden Linien aufbaute, stellt er sich gegen diese und machte sich dadurch jedoch auch viele Feinde.
Obwohl man als Betrachter dieses Bildes glaubt, man wäre in einem Traum, sind auch realistische Merkmale vorhanden. So wurde beispielsweise mit Überschneidungen gearbeitet. So sind die Dampfer auch unregelmäßig angeordnet und es scheint so realistischer. Ein weiterer realistischer Fakt ist die Tatsache, dass die Dampfer von vorne nach hinten immer kleiner werden und somit der Größenabnahme in der Ferne auch eine Rolle spielt.
Doch auch für den Surrealismus und Hundertwassers Werke typisch gibt es auch krasse Gegensätze, so kommt beispielsweise neben der Ruhe und der Würde, die das Bild ausstrahlt, auch Unruhe und Verwirrung zum Ausdruck. Hiermit meine ich speziell die Bullaugen, die in dichten Bändern die Schiffsrümpfe markieren, die senkrechte Rauchsäulen, die durch ihren Verlauf Unruhe bewirken. Und auch der dunkle Nachthimmel hat eine bedrückende Wirkung zur Folge.
Bei der Frage nach dem vorrangig vorherrschenden Kontrast würde ich als Primärkontrast den Hell-Dunkel-Kontrast nennen. Da die gelben Bullaugen sich stark von dem im allgemeinen dunkel gehaltenen Teil des Bildes abheben. So ist alles wie schon erwähnt größtenteils in dunklen Farben gestaltet, dem im krassen Gegensatz das helle Gelb steht. Dieses Gelb soll vielleicht als letzte Hoffnung der Dampfer stehen, da es warm wirkt und durch seine Reinheit als kraftvoll und gesund wirkt. Während hingegen die dunklen Farben eher unreiner wirken, da diese vielfach mit anderen Farben gemischt sind und somit als trüber gelten als das Gelb in diesem Fall.
Aus diesem Fakt heraus würde ich den Intensitätskontrast als Sekundärkontrast bezeichnen, da dieser der Kontrast zwischen reinen, leuchtenden und getrübten Farben ist. Die reine leuchtende Farbe ist in diesem Fall das Gelb und die getrübten die restlichen dunklen Farben wie das Blau des Wassers und des Himmels, das Braun des Rauchs, und die durch die Nacht verdunkelt erscheinenden Farben der Schiffsrümpfe.
Im großen und ganzen würde ich sagen, dass die dunklen Farben gegenüber den hellen in diesem Falle dominieren, da sie vorherrschend sind.
Was weiterhin auffällt ist die Tatsache, dass zwar Umrisslinien von Hundertwasser zur besseren Erkennung der Formen benutzt wurden, jedoch trotzdem die Farben fließend ineinander übergehen und somit verschwommen erscheinen. Dies ist ein weiteres charakteristisches Mittel Hundertwassers.
Als vorrangige Funktion der Farben in diesem Falle würde ich zur Ausdrucksfarbe tendieren, da in diesem Fall die Farbe zur Steigerung des Ausdrucks und des Inhalts verwendet wird. Denn hier steigert die Farbigkeit die Wirkung auf den Betrachter und durch die trüben Farben wird einerseits die bedrückende Wirkung des Bild und anderseits durch die reinen, leuchtenden Farben die hoffnungsvolle Wirkung des Bild verstärkt.
Um nun auf die Kompositionsskizze zu kommen, wäre zu sagen, dass die gedachten Linien stets in die gleiche Richtung verlaufen. Denn wie man aus der Kompositionsskizze entnehmen kann, stechen nur die Rauchsälen als gedachte Pfeile hervor. Da diese senkrecht nach oben verlaufen wirken sie nicht sonderlich spektakulär. Durch die Tatsache, dass keine Vielzahl von gedachten Linien auf einen bestimmten Punkt in diesem Bild zeigen, schlussfolgere ich, dass Hundertwasser in diesem Kunstwerk kein bestimmtes Element des Bildes hervorheben wollte, sondern nur das Bild selbst soll wirken. Hierzu benötigt es keine gedachten Pfeile zu irgentwelchen Dingen in diesem Bild.
Nun komme ich auf den Namen des Gemäldes zu sprechen. Bei "Singende Dampfer" wurde gleich im Namen eine Personifizierung verwendet. Denn singen ist ein Verb, dass nur Organismen oder lebende Dinge praktizieren können. Und da Dampfer im eigentlichen Sinn leblose Gegenstände sind, werden sie hier als Lebewesen angesehen. Auch dieser Fakt beweist wieder meine Vermutung, dass es sich hierbei um einen Traum handelt. Denn erstens verwendete Hunderwasser viel dies Medium in seiner Kunstwerken und zweitens passieren in einem Traum Dinge, die in der Wirklichkeit gar nicht existieren oder funktionieren würden. So könnte man denken, dass sich die Dampfer noch einmal vor ihrer nächsten Fahrt zusammenfinden und gemeinsam ihr Schicksal besingen oder beklagen. Denn auch hier findet sich die bereits von mir erwähnte Ruhe in diesem Bild wieder. Denn Singen bedeutet für mich etwas Harmonisches und zugleich Beruhigendes. Und da auch oft in Liedern viel über das Leid eines jeden ausgedrückt wird, kann es hier auch der Fall sein. Vielleicht bedauern die Dampfer ihr Schicksal und wollen nichts stets herumreisen. Vielleicht wollen sie lieber behaglich und mit anderen Dampfern in Ruhe leben. Darum finden sie sich auch des Nachts zusammen, da dies am Tage durch die Menschen gar nicht möglich ist. Diese Annahme erscheint vielleicht zunächst etwas suspekt, doch gerade deshalb halte ich diese Interpretations - und Denkweise für gar nicht so unwahrscheinlich. Nämlich die Personifizierungen sind für Hundertwasser sehr typisch. So meinte er beispielsweise, dass ein Haus nicht aus Mauern, sondern aus Fenstern bestünde und diese auch nach Arten und Rassen unterscheidet. Dieser Fakt deutet massiv auf eine Personifizierung hin und weiterhin vermenschlicht er Häuser. So heißt ein Bild von ihm "Blutende Häuser". Das Wort Blut verweist ebenfalls auf lebendige Eigenschaften der Häuser nach Meinung Hundertwassers. Somit haben diese nach Auffassung Hundertwassers auch Gefühle, da dieses ebenfalls eine typische Eigenschaft von Lebewesen ist. Somit haben die Dampfer hier ebenfalls Gefühle und versammeln sich deshalb um ihr Leid zu beklagen oder dem ein Ende zu bereiten. Denn wären wir Menschen Dampfer, so würden wir dieses Schicksal auch beklagen und darum liegt es nahe, warum ich es so interpretiere.
Kunsthistorisch ist es in die Zeit des Surrealismus einzuordnen, da auch Hundertwasser als Surrealist galt. Dies erkennt man daran, weil das Hauptanliegen der Surrealisten die Suche nach der eigentlichen Wirklichkeit und letzendlichen Einheit ist. Da dadurch auch sehr viel Kritik an unterschiedlichen Dingen betrieben wird, wird die Suche nicht mit traditionellen Dingen realisiert und die Surrealisten benutzten somit ein anderes Medium um an die Wirklichkeit zu gelangen: Die Träume. Denn hier gibt es keine festen Regeln. Und genau diese Unregelmäßigkeiten fand ich ja mittels meiner Interpretation heraus.
Auch Hundertwasser gefielen viele Dinge in seiner Umgebung nicht. So kritisierte er sehr stark die moderne, sterile und zugleich traditionelle Architektur. Auch hier erkennt man dies, da es keine festgelegten Formen der Schiffe gibt und diese nicht mittels gerader Linien gezeichnet wurden.
Um nun meine Interpretation zusammen zu fassen wäre zu erwähnen, dass durch dieses Bild eine für Hundertwasser-Bilder typische Situation gezeigt wird. So ist die Wirkung auf den Betrachter einerseits bedrückend unruhig und zugleich hoffnungsvoll und ruhig. Denn so leuchte einige Bullaugen noch gelb durch das Licht im inneren des Dampfers auf, einige andere sind jedoch schon total dunkel und in schwarz gemalt. Dies verstärkt die gespaltene Stimmung, die das Bild bewirkt. Auf der einen Seite noch Hoffnung für die Dampfer, auf der anderen Seite schon einige Zweifel. Durch diese Erkenntnisse meinerseits würde ich dieses Bild daher auch als künsterlich sehr wertvoll einschätzen.


Geschrieben am: 05. Sep 2002, 19:02   von: konkrass



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