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Übersicht > Unterhaltung > Kinofilme > Komödien > Good bye Lenin!

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Cineastisches Gesamtkunstwerk zur deutschen teilung und Vereinigung mit Tiefgang und spritzigem Humor.

Nachteile:
Nicht bekannt




Auferstanden aus Ruinen...
Bericht wurde 1958 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 4 mal kommentiert Berichtbewertung: 

INFO
°°°°°
GOOD BYE, LENIN! Deutscher Drehbuchpreis 2002. Filmfestspiele Berlin 2003: Blauer Engel (Bester Europäischer Film) Kinostart 13. Februar 2003 Regie: Wolfgang Becker. Drehbuch: Bernd Lichtenberg. Produzent: Wolfgang Becker, Stefan Arndt. Hauptrollen: Daniel Brühl bekannt aus ‚Das weiße Rauschen’ (Alex Kerner), Katrin Saß bekannt aus Heidi M. (Mutter Christiane Kerner), Maria Simon (Schwester) u.a.

PROLOG
°°°°°°°°
Ich habe im Auto generell den Deutschlandfunk voreingestellt – seit der Wende vor über 13 Jahren. Dort lief gerade letztens ein Interview mit Wolfgang Becker, dem Regisseur des mit dem Blauen Engel ausgezeichneten besten europäischen Films auf der diesjährigen Berlinale. Ich kannte von ihm bisher nur den Streifen ‚Das Leben ist eine Baustelle’, sowie die Tatort-Folge ‚Blutwurstwalzer’ und hatte daran die allerbesten Erinnerungen.

Warum also heute Abend nicht mit ‚Good bye Lenin’ die hochgelobte und geehrte deutsche Tragikomödie der Wendezeit genießen. Solche Filme sind für mich sowieso als Ex-West-Berliner und aktueller Beute-Badener Pflicht. Auch hatten mich heute Vormittag einige Schüler auf den Film wieder aufmerksam gemacht, dessen vielversprechenden Trailer ich im Vorspann eines anderen Films schon vor kurzem sehen konnte. Zudem hatte mich ein Ciao-User bereits im Kommentar-Tool zu meiner Buchbesprechung ‚Zonenkinder’ auf den Beckerschen Film mit Kult-Verdacht hingewiesen.

Es bleibt mir also – bei soviel Zuspruch und Tam-Tam - nichts anderes übrig, als meine Lachmuskeln und meine Tränendrüsen zuvor einigen Entspannungsübungen zu unterziehen, denn wer weiß denn schon, was auf mich/uns zukommen wird.

INTRO
°°°°°°
Auferstanden aus Ruinen
Und der Zukunft zugewandt,
Laß uns dir zum Guten dienen,
Deutschland, einig Vaterland. …
... Dadada dada dadada...
(Kräftige Bläser und Trommelwirbel mit Dschingderassabum – multissimo forte, et cetera pp)

Das war und ist für mich ein Ohrwurm: Die DDR-National-Hymne von Johannes R. Becher getextet, von Hans Eisler komponiert. Dagegen wirkt die west- und inzwischen gesamtdeutsche Hymne von Haydn wie die reinste Schalaftabalette.

Also frisch an’s Werk: Wir bauen die DDR – die einzige legitime Nachfolgerin eines friedliebenden und demokratischen Deutschlands – wieder auf. Frisch an’s Werk, Genossinnen und Genossen. Seid bereit! Immer bereit!

Wer macht mit?!

Alex: Ich!
Ich: Warum?
Alex: Wegen meiner Mama.
Ich: Ach so...?!? Erzähl mal!

INHALTSANRISS
°°°°°°°°°°°°°°°°
Ost-Berlin zur Wendezeit Sommer bis Dezember 1989: Als die alleinerziehende Mutter und gestandene und staatstreue Sozialistin Christiane Kerner (Katrin Saß) ihren Sohn Alex (Daniel Brühl) bei einer Montags-Demo sieht, wirft sie ein heftiger Herzinfarkt zu Boden. Sie fällt ins Koma und wacht erst acht Monate später in der Klinik wieder auf. Der behandelnde Arzt schärft Alex ein, dass jegliche Aufregung ihr den Tod bringen würde.

Inzwischen wächst wild zusammen, was zusammen gehört: Westler werfen mit Bananen, Ostler holen sich Westgeld. Ostler und Westler umarmen sich tränengerührt und alkoholisiert und tanzen am Brandenburger Tor auf der Mauer herum, die nur noch museale Bedeutung und ihren Schrecken verloren hat. Der Wildwest-Kapitalismus erobert den neuen Markt im Fluge. Die enge und gemütlich-muffige DDR siecht ihrem Ende entgegen. Der überhebliche Westen triumphiert. Runde Tische werden von Übergangsregierungen abgelöst, die D-Mark kommt.

Der letzte Schritt der deutschen Vereinigung (Ich vermeide hier bewusst die Vorsilbe Wieder-) steht unmittelbar bevor. Brandt, Kohl und Momper singen vor dem Schöneberger Rathaus das Deutschlandlied, dass sich einem die Nackenhaare rasant aufrichten. Die Verhältnisse haben sich grundlegend geändert. Deutschland hat die Nachkriegszeit und ihre Folgen scheinbar überwunden. Vor uns hin werden blühende Landschaften visioniert. Nichts ist mehr so, wie es einmal war ...

Aber: Geschichte wird gemacht und nicht nur erlitten, denn Alex richtet auf 79 qm in der Ost-Berliner Plattenbausiedlung die DDR, die familiäre und Privat-DDR wieder her (Auferstanden aus Ruinen...), damit die aus dem Koma erwachte Mutter nicht erneut in Ohnmacht fällt, denn schließlich hat sie die fulminanten Veränderungen regelrecht verschlafen - bis zum Sommer 1990.

Mit Hilfe der Schwester (glänzend und facettenreich von Maria Simon gespielt), ihrem Freund Rainer (komische Figur als ungelenker Pionierleiter) und seinem Freund Dennis (Ich sag nur: Aktuelle Kamera und Schwarzer Kanal), spannt er die gesamte Nachbarschaft und ehemalige Kollegen ein, damit sie seiner Mutter die heile DDR vorspielen (Kinder singen mit dem blauen Pioniertuch um den Hals die alten sozialistischen Heimatlieder an ihrem Krankenbett und bekommen dafür von Alex 20 D-Mark). Einfach grotesk, witzig, spritzig, aber auch traurig, anrührend und wahrhaftig.

Und nicht zuletzt das Sahnehäubchen: Wolfgang Becker und seinem Produzenten Stefan Arndt gelang es, Yann Tiersen (Die fabelhafte Welt der Amélie) für GOOD BYE, LENIN! als Komponist für die Filmmusik zu gewinnen. Ein musikalischer Hochgenuß.

Martin Kukula gilt als Hauskameramann von Wolfgang Becker. Er hat alle Filme des Regisseurs fotografiert: SCHMETTERLINGE (1987), die "Tatort"-Folge "Blutwurstwalzer", KINDERSPIELE (1992) und DAS LEBEN IST EINE BAUSTELLE (1997). Zweimal wurde Kukula jeweils mit dem deutschen Kamerapreis ausgezeichnet.

FAZIT
°°°°°°
Ehemalige DDR-BürgerInnen, denen das Vertraute plötzlich weggebrochen ist, werden hier nicht lächerlich gemacht und die Geschichte, die der Film so kurzweilig erzählt, erscheint mir nicht hahnebüchen oder an den Haaren herbeigezogen. Kein Slapstik-Format, eher eine Tragi-Komödie der besten Sorte. Der neue deutsche Film hat damit wieder einen Namen, der unter Kultverdacht steht. Siehe auch die sehr professionell gemachte, ansprechende und vielseitige Homepage 79qmddr.de oder good-bye-lenin.de.

Ein Streifen, in dem es um die Liebe und Sorge des Sohnes um die vom Tod bedrohte Mutter geht, der auch vor einem völlig anderen historischen Hintergrund erzählt werden könnte, der in diesem konkreten Fall unbändige Lust auf Spreewaldgurken und Felinchen macht... Liebenswert, originell und einfach sehr empfehlenswert. Unbedingt anschauen: Film und Homepage!

Tränendrüsen und Lachmuskeln bitte vorher lockern....

P.S.
°°°°
Der Text der DDR-National-Hymne durfte in der DDR seit einigen Jahren schon nicht mehr gesungen werden, weil darin von ‚Deutschland, einig Vaterland’ die Rede war. Verständlich, denn die SED-Parteispitze und die Staatsführung der DDR hatte das Ziel der deutschen Einheit aufgegeben und auf internationalem Parkett die völkerrechtliche Anerkennung der DDR als zweitem deutschen Staat vehement betrieben.


Geschrieben am: 22. Feb 2003, 13:29   von: Reve



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