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Übersicht > Medien > Bücher > Fantasy

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
witzig, kurzweylig und vor allem: ordnet alle Klischeeschubladen neu

Nachteile:
Übersetzung des Elfischen etwas anspruchslos




Artemis Fowl: Harry Potter auf Abwegen?
Bericht wurde 3264 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Wahrlich hochgehandelt wurde dieses Buch! So ist Eoin Colfer der erste Autor, der Mehr als eine Millionen Dollar (? oder waren es Pfund, Euro ?) für sein Premierenwerk (vorweg) einkassiert hat. Der Standardvergleich der Medien geht natürlich immer zu Harry Potter. Dabei gibt es eigentlich nur zwei Gemeinsamkeiten mit Rowlings Werken. Zum einen dasselbe Genre (phantastisches Kinderbuch), zum anderen ein (fast) gleichaltrige Hauptfigur.

Der 12-jährige Artemis Fowl ist Sohn eines verstorbenen Verbrecherkönigs. Eigentlich müßte er ins Internat, aber da seine Mutter krank – geistig krank – ist, zwingt ihn keiner dazu und Artemis schmiedet finstere Pläne. Ihm zur Seite steht Butler – wie der Name schon sagt, ein loyaler Diener – und ein kräftiger noch dazu. Die Experten streiten bis heute, ob der begriff „Butler“ eben von jener Familie Butler abstammt, die seid jeher der Familie Fowl dient – allein dieser Streit verdeutlicht die Traditionen dieser Familie. Vierter im Haus ist die Dienerin seiner Mutter, Juliet, Butlers Schwester und großer Wrestling-Fan. Soweit die Lage in Fowl Manor.

Artemis geht den Spuren nach den geheimnisvollen Legenden der „Unterirdischen“ nach und hat viel Geld auf Hinweise ausgesetzt. Und endlich – nach unzähligen Fehlschlägen – wird er in Ho Chi Minh City fündig, eine abtrünnige, verstoßene Elfe. Diese ist offensichtlich alkoholabhängig und wird eiskalt von Artemis mit Weihwasser vergiftet. Hauptsächlich, um ihr anschließend einen Deal vorzuschlagen. Er darf für eine Stunde in ihr Buch einsehen, im Gegenzug gibt er ihr nicht nur Gegengift, nein, er leckt sie auch trocken mit einem Mittelchen, dass ihren Körper den Alkohol entzieht und ihr so auch die Magie zurückbringt. So hat Artemis eine stunde später eine digitale Version des Buchs bei sich im eMail-Kasten...

Kaum zu Hause in Fowl Manor macht sich Artemis an die Übersetzung des Buchs. Mit Hilfe von ägyptischen Hyroglyphen und anderen alten Sprachen – und natürlich des Computers – gelingt es ihm, die Geheimnisse der Elfen und Feen, Gnome und Zwerge zu entschlüsseln. Nun, es ist allerdings eine andere Sache, Kohle aus der Sache zu schlagen. Er entschließt sich, ganz in der Tradition des Topfs am Ende des Regenbogens, den Elfen etwas Gold abzuknöpfen, allerdings in Form der Rücklagenfonds der ZUP, der zentralen Untergrundpolizei. Artemis hofft, durch eine ausgeklügelte Entführung, Geld erpressen zu können.

Während Arti also das tut, was er am besten kann – finstere Pläne schmieden, lernen wir Holly Short kennen, der erste weibliche ZUP-offizier in der Aufklärung, die sich zudem nicht so recht durchsetzen kann und Probleme am Hacken hat. Commander Root wirft ihr immer noch die Hamburg-Sache vor: nebst Zeitstopp waren vier Erinnerungslöschungen nötig, um die Sache einigermaßen zu bereinigen. Jedoch hat Captain Short Glück, ein Ausreißer, so werden Unterirdische genannt, die illegal an die Oberfläche gelangt sind, wird geortet und Short soll aufklären. Nach professioneller Verfolgungsjagd reicht die Zeit allerdings nicht mehr aus, auf die Bergungseinheit zu warten, so muss Short den entdeckten Troll selber erledigen, um Menschenleben zu retten. Nach vollendeter Mission kriegt Root einen Wutanfall, als er erfährt, dass Holly über kaum noch Magie verfügt(e) und trägt ihr auf, diese sofort zu erneuern.

Artemis hat derweil die Schwachstelle der Unterirdischen ausgemacht. Von Zeit zu Zeit müssen sie ihre Magie erneuern, wozu nur eine alte Eiche an einer Flußbiegung zu Vollmond vonnöten sind. Und davon lokalisiert Arti weniger als 100 in England. Also auf mit hermetischen abgeriegelten Tarnzelt an eine von ihnen und die Nächte um die Ohren geschlagen.

Der Leser wird es ahnen, so treffen Holly und Artemis zusammen – na gut, für Holly eher unfreiwillig und überraschend. Nachdem er bzw. Butler sie überwältigt hat und in sein Haus geschafft hat, bekommt die ZUP langsam Wind von der Sache, dass etwas passiert ist, aber nicht was. Commander Root höchstselbst und der zentaurische Erfinder Foaly, der sehr an Q von James Bond erinnert (?Hoffe, der heißt so...?), übernehmen den Fall – zumindest nachdem die Bergungseinheit eiskalt von Butler erledigt wurde... Schon da kann man sich lediglich in die faust grinsen über Artemis Ausgefuchstheit, wie er beispielsweise die Unsichbarkeitsflügel der Elfen überlistet.

Kurzum, es entwickelt sich ein interessantes Katz- und Maus-Spiel zwischen Unter- und Oberirdischen und sowohl Holly als auch Artemis wandern in der Symphatiegunst des Lesers schnell in höchste Werte. Aber auch die weiteren Nebenfiguren finden beim Leser schnell Symphatie. Auch das Weglassen von Klischees fällt positiv ins Gewicht. Kleines Beispiel gefällig? so haken Zwerge ihre Kiefer aus, verbeißen sich im boden und, ähm, hinten wird es 2Ausgeworfen“. Auf ganz ähnliche Weise werden sie auch mit Gegnern fertig. Elfen werden erst durch aufgesetzte Flügel unsichtbar, hier gibt es ähnlich wie Harry Potters Nimbus 2000, auch exklusivere Modelle.

Ein Wort ist noch zu den Übersetzungen (des Elfischen) zu verlieren, die an den alten Star Trek-Universaltranslator erinnern, ist es nämlich keine andere Sprache, sondern werden einfach unsere Zeichen in fremdartige Zeichen codiert. Das wird der erwachsene Leser aber bei einem Kinderbuch verschmerzen können, ein Kind hat hingegen seine Freude an der Entschlüsselung des Textes haben. Auf jeder Seite ist am unteren Rand nämlich eine Textzeile Elfisch.

Auch das es nicht unbedingt ein Kinderbuch ist, will ich erwähnen. Am deutlichsten wird das am Beispiel von Artemis Mutter, die er an einer Stelle des Buchs dabei erwischt, wie sie mit dem (toten) Vater spricht. Er lauscht an der Tür, erfüllt von Trauer und Zweifel gleichzeitig und sieht anschließend, wie sie mit einer ausgestopften Puppe, geschminkt und mit den Kleidern des Vaters angezogen. Bitter.

Das ganze wird wohl erwachsenen und jugendlichen HP-Lesern gefallen, aber auch Leutchen, die auf Fun-Fantasy a la Pratchett und Konsorten stehen. Ein schönes Buch für ein, zwei Abende oder Nachmittage, bei dem man sich schon auf künftige Teile freuen kann – und soviel sei verraten: es wird auch einen Teil geben, bei den Holly und Artemis Seite An Seite zusammenarbeiten.

[HC-Buch, 240 Seiten, Autor Eoin Colfer, Abraxas-Verlag, ca. 18 Euro]



Geschrieben am: 19. Jul 2002, 18:46   von: Greifenklaue



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