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Übersicht > Familie > Kinder > Tips & Tricks

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Auf die Vorbereitung kommt es an.

Nachteile:
Man/frau kann höllisch reinfallen...




/Weihnachten/Jo mei, ist denn schon wieder Weihnachten?
Bericht wurde 1853 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 5 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Wie man/frau sich aus höchsten Nöten zu Weihnachten und Sylvester befreien kann, zeigt das folgende Gedicht, das ich Euch allen ans Herz legen möchte, denn das nächste Fest kommt bestimmt - so Gott will und wir leben. Viel Spass!

Lametta
*******
Weihnachten naht, das Fest der Feste,
das Fest der Kinder, Fest der Gäste.
Da geht es vorher hektisch zu.
Von früh bis Abend - keine Ruh' -
Ein Hetzen, Kaufen, Proben, Messen -
hat man auch niemanden vergessen?

So ging's mir - keine Ahnung habend -
vor ein paar Jahren Heiligabend,
der zudem noch ein Sonntag war.
Ich sass grad mit der Kinderschar,
da sprach mein Weib: "Tu Dich nicht drücken!
Du hast heut' noch den Baum zu schmücken!"

Da Einspruch meistens mir nichts nützt,
hab' kurz darauf ich schon geschwitzt.
Den Baum gestutzt, gebohrt, gesägt,
und in den Ständer eingelegt.
Dann kamen Kugeln, Kerzen, Sterne,
Krippenfiguren mit Laterne.
Zum Schluss - ja Himmeldonnerwetta! -
Nirgends fand ich die Lametta!

Es wurde meiner Frau ganz heiss,
und stotternd sprach sie: "Ja, ich weiss;
im letzten Jahr war's ganz zerschlissen -
Drum haben wir es weggeschmissen.
Und in dem Trubel dieser Tage,
Bei meiner Arbeit, Müh und Plage
vergass ich Neues zu besorgen.
Ich werd' was von den Nachbarn borgen!"

Die Nachbarn -links, rechts, drunter, drüber-
Die hatten kein Lametta über.
Da schauten wir uns an verdrossen:
Die Läden sind ja auch geschlossen!

So sprach ich dann zu meinen Knaben:
"Hört zu! Wir werden heuer haben
einen Baum - altdeutscher Stil -
weil .... mir Lametta nicht gefiel."

Da gab es Heulen, Schluchzen, Tränen,
Und ich gab nach den Schmerzfontänen:
"Hört endlich auf mit dem Gezeta!
Ihr kriegt 'nen Baum - mit viel Lametta!"

Zwar konnt ich da noch nicht begreifen,
woher ich nehm die Silberstreifen -
doch grad, als suchte ich das Messer,
Da les ich "Hengstenberg Mildessa"!
Es war die Sauerkrautkonserve.
Ich kombinier' mit Messers Schärfe:
Hier liegt die Lösung eingebettet.
Das Weihnachtsfest - es ist gerettet!

Schnell wird der Deckel aufgedreht,
das Kraut gepresst, so gut es geht,
zum Trocknen einzeln aufgehängt,
und dann gefönt (doch nicht versengt!).
Die trocknen Streifen, sehr geblichen,
mit Silberbronze angestrichen. --
Auf beiden Seiten Silberkleid!
Oh freue dich, du Christenheit!

Der Christbaum war einmalig schön,
wie selten man ihn hat geseh''n.
Zwar roch süsssauer die Bescherung,
geruchlich gab's' ne Überquerung,
weil mit Benzin ich wusch die Hände,
mit Nitro reinigte die Wände,
dazu noch Räucherduft und Myrte -
der Duft die Menge leicht verwirrte.
Und jedermann sprach still verwundert:
"Hier riecht's nach technischem Jahrhundert!"

'Ne Woche drauf. -- Ich sass gemütlich
im Sessel, las die Zeitung friedlich,
den Bauch voll Feiertage - Rester.
's war wieder Sonntag. Und Silvester.

Da sprach mein Weib: "Du weisst Bescheid?
Es kommen heut zur Abendzeit
Schulzes, Lehmanns und Herr Meier
zu unserer Silvesterfeier.
Wir werden leben wie die Fürsten -
's gibt Sauerkraut mit Wiener Würsten!"

--- Ein Schrei ertönt! Entsetzt sie schaut:
"Am Christbaum hängt mein Sauerkraut!!
Vergessen, Neues zu besorgen!
Ich werd' was von den Nachbarn borgen."
Die Nachbarn -links, rechts, drunter, drüber-
die hatten leider keines über.
Da schauten wir uns an verdrossen:
Die Läden sind ja auch geschlossen!

Und so ward wieder ich der Retta,
nahm ab vom Baume das Lametta.
Mit Terpentinöl und Bedacht
hab' ich das Silber abgemacht.
Das Kraut dann gründlich durchgewässert,
mit reichlich Essig noch verbessert,
dazu noch Nelken, Pfeffer, Salz,
und Curry, Ingwer, Gänseschmalz.
Dann, als das ganze sich erhitzte
- das Kraut, das funkelte und blitzte -
da konnt' ich nur nach oben fleh'n:
"Lass diesen Kelch vorübergeh'n!"

Als später dann das Kraut serviert
da ist es dann doch noch passiert:
Als eine Dame musste niesen,
sah man aus ihrem Näschen spriessen
tausend kleine Silbersterne.
"Mach's noch einmal! Ich seh das gerne!"
So rief man ringsum hocherfreut -
Die Dame tat mir wirklich leid!

Franziska Lehmann sprach zum Franz:
"Dein Goldzahn hat heut Silberglanz!"
Und einer, der da musste mal,
der rief: "Ich hab' nen Silberstrahl!"

So gab's nach dieser Krautmethode
noch manche nette Episode.
Beim Heimgang sprach ein Gast zu mir:
"Es hat mir gut gefallen hier,
doch wär' die Wohnung noch viel netta
Hätt' es am Baum doch auch Lametta!"
Da konnte ich gequält nur lächeln
und mir noch frische Luft zufächeln.
Ich sprach - und klopfte ihm auf's Jäckchen:
"Im nächsten Jahr - da kauf' ich hundert Päckchen!"


Übrigens, erinnert Ihr Euch noch? Vorletztes Jahr lagen der heilige Abend und Sylvester auf einem ... ja, was wohl? Richtig: S o n n t a g - oder?

Quelle: http://www.math.fu-berlin.de/~guckes/xmas/poem/Weihnachten_mit_Lametta


Geschrieben am: 01. Nov 2001, 02:32   von: Reve



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